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Pressemitteilung: Gemeinsam den Weg zur Bildung öffnen

Lippstädter Migrantenvereine kooperieren in Projekten für den Nachwuchs

Nichts beschäftigt die Lippstädter derzeit so sehr wie das Thema Flüchtlinge. Und während zahlreiche professionelle und ehrenamtliche Helfer im Einsatz sind, um den Neuankömmlingen einen guten Start zu ermöglichen, formiert sich auch aus den Reihen derer, die vor Jahren in Lippstadt eine neue Heimat gefunden haben und die genau wissen, wie schwierig ein Start manchmal sein kann, ein Netzwerk: Mehrere Migrantenvereine haben in Verbindung mit engagierten Privatpersonen Projekte ins Rollen gebracht, die Kindern aus Zuwandererfamilien zum Bildung verhelfen wollen. Weitere Projekte sind in Planung. „Wir wollen damit einen Beitrag zur Integration leisten, uns einmischen und Verantwortung übernehmen“, sagt Maria Massidda, Projektleiterin und Sprecherin des neuen Bündnisses.

Viele der jungen Teilnehmer waren begeistert von der Aufgabe. Foto: Massidda
Viele der jungen Teilnehmer waren begeistert von der Aufgabe. Foto: Massidda

Vor wenigen Tagen fand die Abschlussveranstaltung „Fotostory 2.0: Fotografiere Deine Geschichte“ statt, bei der rund 40 Migrantenkinder zwischen acht und fünfzehn Jahren mitgewirkt haben. Die Kinder konnten nach einer vorgelesenen Geschichte ihre eigenen Ideen zum Thema Flucht entwickeln, sie per Tablet und Bildbearbeitungssoftware in eine Fotostory umbauen und schließlich präsentieren.
Beim ersten Treffen wurde in der Bibliothek eine Geschichte zum Thema Flüchtlingskinder in Deutschland gelesen und auch erste Testfotos für Fotostories gemacht. Das zweite Treffen fand im Indoor-Spielplatz in Soest statt, wo die Kinder ein paar unbeschwerte Stunden beim Spielen und Toben genießen und sich besser kennenlernen konnten. „In Soest war sehr schön zu beobachten, wie sich beide Gruppen das erste Mal begegnet sind und sofort zusammengefunden haben“, berichtet Projektleiterin Maria Massidda.

Maria Massidda zieht eine positive Bilanz und möchte weitere Projekte anstoßen. Foto: Massidda
Maria Massidda zieht eine positive Bilanz und möchte weitere Projekte anstoßen. Foto: Massidda

Beim dritten Zusammentreffen wurden mit Hilfe der drei Ehrenamtlichen Kai Jacobs, Rainer Heither und Katharina Siekmann die Bilder ausgewählt, bearbeitet und im Bildbearbeitungsprogramm zu einer Fotostory zusammengeführt. Abschließend präsentierten die Kinder ihre Bildergeschichten und vor allem die Ideen und Wünsche dahinter auf einer offenen Veranstaltung. Mit dabei waren neben den Eltern und Interessierten auch die SPD Landtagsabgeordnete Marlies Stotz.

Ein Projekt, das gleich in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg war: „Wir konnten damit einerseits viele Flüchtlingskinder und andere Kinder mit ausländischen Wurzeln ansprechen, die nur schwer Zugang zu Bildungsmöglichkeiten haben, sie zueinander in Kontakt bringen und ihnen spielerisch den Umgang mit modernen Medien zeigen“, so Maria Massidda, Mitglied im Integrationsrat der Stadt und Initiatorin des Projekts. Aber auch in anderer Hinsicht sei das Projekt erfolgreich gewesen: „Wir haben wieder einmal gezeigt, dass verschiedene Migrantenvereine und andere Institutionen erfolgreich an einem Strang ziehen können, wenn es um eine gute Sache geht“. An dem Projekt waren nämlich der Bildungs- und Kulturverein der West Thrakien Türken Lippstadt e.V. ebenso beteiligt wie der Türkische Elternverein sowie weitere Organisationen wie der Lippstädter Studentenverein Nexxage e.V und Vertreter der Stadt wie Werner Kalthoff als Fachdienstleiter Soziales und Integration und Büchereileiterin Ulrike Weyrich.

Die Qualifizierungsschulung der Stiftung “Digitale Chancen” fand in Lippstadt im Cartec statt, wo die Seminarräume kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.
Gute Noten bescheinigt dem Fotoprojekt auch die beteiligte Sozialpädagogin Katharina Siekmann: „Für mich erstaunlich war, wie selbstverständlich die Kinder von Anfang an miteinander umgegangen sind. Unabhängig von Alter, Kultur oder Sprache. Es gab keinen Streit untereinander – und das habe ich schon ganz anders erlebt. Im Gegenteil: Es haben sich Freundschaften gebildet, man half sich gegenseitig. Sehr bemerkenswert fand ich ebenfalls, wie schnell die Kinder den Umgang mit den Tablet-Computern gelernt haben“, so die Sozialpädagogin. „Darüber hinaus gefielen mir die Begeisterung Einzelner für Bücher und das Lesen wie auch das Schreiben und das Erlernen der deutschen Sprache. Mit unserem Projekt ist es uns gelungen, dass viele Kinder sich einen Büchereiausweis zugelegt haben. Damit können wir den Weg zur Bildung weiter öffnen!“

„Wir können gemeinsam viel für Flüchtlingskinder und Kinder aus bildungsfernen Familien erreichen und wollen in Zukunft noch stärker zusammen arbeiten“, erklären Alpay Ahmet, Vorsitzender des Bildungs- und Kulturverein der West Thrakien Türken Lippstadt sowie der Vorsitzende des Studentenverein Nexxage. e.V. Pascal Siekmann und Maria Massidda. Die 49-Jährige weiß, wovon sie spricht, sie hat drei Nationalitäten in der eigenen Familie und hat durch ihre berufliche Laufbahn als Bürokauffrau und IT-Expertin erfahren, wie wichtig Bildung für die Integration ist. Deshalb liegt ihr die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen auch so am Herzen. Seit 2014 ist sie Mitglied im Integrationsrat der Stadt – als Einzelkandidatin. In der Vergangenheit hatte sie bereits ein Projekt für Migrantenkinder angestoßen und erfolgreich durchgeführt: Den Leseclub, der in Verbindung mit der Stiftung Lesen im Bewohnerzentrum in der Juchaczstraße über drei Jahre konzipiert ist und Kinder aus Flüchtlings- und Migrantenfamilien zum Lesen anregen soll. Die vergangenen Erfolge haben die zweifache Mutter zu weiteren Projekten animiert: Die Anträge für ein Projekt mit der Robert-Bosch-Stiftung sind gestellt, das Medienworkshops mit Kindern, Jugendliche und Frauen vorsieht und ein weiteres Projekt zum Thema „Bilderbuchkino“ für Drei- bis Sechsjährige ist ebenfalls in Arbeit. „Auch hier werden wieder Lippstädter Migrantenvereine und die Studentenorganisation Nexxage eingebunden sein. Trotz politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten wollen wir uns beteiligen und für dieses wichtige Ziel eine gute Arbeit leisten – da sind sich alle Kooperationspartner einig. Da eine systematische Förderung von Migrantenorganisationen als Träger von Integrationsangeboten in der Vergangenheit nicht stattgefunden hat, suchen wir uns über die überregionalen Träger die Unterstützung und Förderung, die wir brauchen. Das funktioniert – und trägt sicher ganz erheblich zu Akzeptanz und Integration bei“, ist Massidda überzeugt. Wer sich an den Projekten beteiligen möchte, kann unter familia2307@gmail.com oder unter Telefon 0159 04063704 mit Maria Massidda in Kontakt treten.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung, die ich im Auftrag des Bildungs- und Kulturverein der West Thrakien Türken Lippstadt e.V. getextet habe. Hier finden Sie weitere Informationen zur Pressearbeit.

Wohnmanufaktur Lignatus: Anregungen fürs Wohnen mit Ambiente

Mein langjähriger Kunde, die Langenberger Wohnmanufaktur Lignatus, hat mich wieder mit der Pressearbeit für ihre Hausmesse, die Handwerkertage im kommenden Februar, beauftragt. Ich habe aus diesem Anlass mehrere Pressetexte in unterschiedlichen Längen und Varianten fertiggestellt, die in den kommenden Wochen in der regionalen Presse erscheinen werden. Hier finden Sie Informationen, wenn Sie ebenfalls an meiner Unterstützung Ihrer Pressearbeit interessiert sind.

Hier ein Auszug:

„Wohnträume gestalten“: Lignatus-Handwerkertage 2016 nehmen Renovierer ins Visier
Langenberg, Dezember 2015 – „Wohnträume gestalten“ unter diesem Motto stehen die 9. Lignatus-Handwerkertage am 20. und 21. Februar 2016. Sie zeigen, wie aus Ideen und Träumen schließlich Entwürfe und Lebenswelten werden können. Wer in nächster Zeit Haus oder Wohnung umbauen oder renovieren möchte, findet hier viele Anregungen: Die Langenberger Wohnmanufaktur Lignatus öffnet wieder für ein Wochenende ihre Räumlichkeiten all denjenigen, die sich im Rahmen einer kleinen Hausmesse Inspiration für die eigenen vier Wände holen möchten und dabei Wert auf Qualität, Komfort und Ambiente legen.

Martin Hammelbeck im Gespräch mit Kunden.
Lignatus-Inhaber Martin Hammelbeck im Gespräch mit Kunden.

„Wir richten beim Umbau unser Augenmerk auch auf ganzheitliche Konzepte“, verrät Lignatus-Inhaber Martin Hammelbeck. „Viele unserer Kunden zählen zur Generation 50 Plus: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, möchte man seinen persönlichen Wohnbereich veränderten Bedürfnissen anpassen und lang gehegte Träume verwirklichen. Bei uns finden sie innenarchitektonisches Know-how, fundierte Beratung und viele ausgereifte Ideen“, so Martin Hammelbeck. Lignatus hat sich auf den Möbel- und Innenausbau spezialisiert und entwickelt auf Maß gefertigte Lösungen für persönliche Lebensräume. Ausgefeilte Konzepte mit interessanten Details in bester handwerklicher Ausführung sind Markenzeichen des Unternehmens.

Neben der persönlichen Beratung durch Wohn-Experten und Vorträgen zum Thema Wohnen erwarten die Besucher im Lignatus-Showroom und der angrenzenden Werkstatt an der Stromberger Straße auch zahlreiche Objektbeispiele. In diesem Jahr steht deutlich mehr Ausstellungsfläche zur Verfügung: Erstmals erstreckt sich die Schau auch auf die 400 Quadratmeter große neue Halle des Unternehmens, die pünktlich zu den Handwerkertagen bezugsfertig wird. Das Angebot mehrerer ausgewählter Handwerksbetriebe der Region auf den Lignatus-Handwerkertagen reicht von Bau- und Tiefbauunternehmen, Maler und Elektrotechnik bis hin zum Dachdecker und Zimmermann. Auch die maßgefertigte Tischlerküche mit Miele-Geräten, Einbauschränke, Dekorationen, Gardinen und Vorhänge sowie Lichtgestaltung werden präsentiert. „Wie immer ist unser Angebot hochwertig und vielfältig und jeder kann sich bei uns zwanglos über neue Trends informieren“, so der Lignatus-Inhaber. Das Konzept der Lignatus-Handwerkertage ist übrigens einzigartig in der Region: Von jedem Gewerk präsentiert jeweils nur ein Vertreter sein Fach. Allen gemeinsam ist der hohe Anspruch an die handwerkliche Ausführung.

Das Programm der diesjährigen Handwerkertage umfasst nicht nur die Ausstellung, die an beiden Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist, sondern auch ….

Mittlerin zwischen den Welten

Autorin Aygen-Sibel Celik zu Gast in der „Leselounge“ der Gesamtschule

Autogrammstunde nach getaner Arbeit: Aygen-Sibel Celik in der Gesamtschule.
Autogrammstunde nach getaner Arbeit: Aygen-Sibel Celik in der Gesamtschule.

Geboren in Istanbul, aufgewachsen in Frankfurt. Als Jugendliche kehrte sie mit ihren Eltern in die Türkei zurück, als Studentin kam sie wieder nach Deutschland. Dieses Pendeln zwischen den Welten, der Kampf gegen Vorurteile, das Heimisch-Werden in der Fremde, das Werben um Toleranz – sie sind die großen Themen der bekannten Autorin Aygen-Sibel Celik, die jetzt im Rahmen einer Lesung zu Gast in der „Leselounge“ der Städtischen Gesamtschule war. Der Förderverein der Schule hatte diese Lesung in Verbindung mit der NRW-Kulturförderinitiative „Werkproben“ möglich gemacht. Celik, deren Bücher mit zahlreichen Preisen geehrt worden sind, las aus ihrem Werk „Seidenhaar“. Darin geht es um die beiden jungen Türkinnen Canan und Sinem – die eine trägt mit Überzeugung Kopftuch, die andere nimmt ihr das nicht ab, probiert es aber eines Tages selbst aus, um die Freundin besser zu verstehen. Und wird plötzlich mit Reaktionen ihrer Umwelt konfrontiert, mit denen sie nicht gerechnet hatte. Eines Tages verschwindet „die Kopftuchträgerin“ Canan und die Freundin vermutet, dass sie sich radikalen Kreisen angeschlossen haben könnte.

Zahlreiche Preise erhielt die sympathische Autorin für ihre Bücher.
Die sympathische Autorin wurde mit zahlreichen Preisen  für ihre Bücher ausgezeichnet.

Celik las vor Achtklässlern der Gesamtschule einige prägnante Kapitel aus dem Buch – ohne zuviel darüber zu verraten, wie die spannende Geschichte schließlich endet. Das können die Schülerinnen und Schüler selbst nachlesen, denn der Förderverein hat anlässlich der Lesung gleich einige Bücher der Autorin angeschafft. Die Schule hatte übrigens erst kürzlich die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten.
Nach der Lesung beantwortete die 46-jährige Autorin aus Düsseldorf Schülerfragen und sprach auch sehr offen über ihre persönliche Geschichte. Ob sie denn selbst einmal Kopftuch getragen habe, wollten die Schüler wissen, ob sie religiös sei und wie lange sie für den Roman recherchiert und geschrieben habe. Freimütig erzählte die Schriftstellerin aus Ihrem Leben, den eigenen Begegnungen mit Vorurteilen, der „einheitlichen Wahrnehmung von Kopftuchfrauen“ in der Gesellschaft.

Überhaupt stellte sich Celik sehr offen den neugierigen Schülerfragen: Ob sie schon immer gewusst habe, dass sie Autorin werden wolle? Was sie gegen Schreibblockaden tue und wie sie beim Schreiben vorgehe? Auch wieviel Geld man mit dem Schreiben verdienen könne, wollten die Schüler wissen. Und wie lange man denn brauche, um ein Buch zu schreiben? „Ich brauche meistens einige Monate für ein Buch. Das schwierigste für mich ist es, den Anfang zu finden. Dann gehe ich in ein Café oder eine öffentliche Bücherei und schreibe dort. Wenn ich erst mal im Fluss des Schreibens bin, dann kann ich auch zuhause weiterschreiben. Egal, zu welcher Tageszeit“, verriet die sympathische Schriftstellerin.

Dass ihr das hervorragend gelingt, zeigen die Erfolge: Inzwischen kann Aygen-Sibel Celik auf eine stolze Bilanz von 13 Kinder- und Jugendbüchern blicken. Zu „Seidenhaar“ ist inzwischen auch die Fortsetzung erschienen: „Seidenweg“ handelt von der mittlerweile etwas älteren Sinan, die kurz vor dem Abitur steht und unglücklich verliebt ist. Sie überlegt, zum Studium in die Türkei zu gehen. Die Mediothek der Gesamtschule, von den Schülern „Leselounge“ getauft, ist vor fast drei Jahren mit einem Anfangsbestand von 800 Medien eröffnet worden und seitdem kontinuierlich angewachsen. Sie wird von Eltern und Lehrern ehrenamtlich betreut.

Diesen Pressetext habe ich für den Förderverein der Gesamtschule Lippstadt geschrieben. Hier finden Sie weitere Informationen zu meinen Angeboten an Pressetexten und Pressemitteilungen für Unternehmen und Institutionen.

23.04.2015: Neue Vortragsreihe für Handwerk, Handel und Dienstleister

Eine Pressemitteilung, die ich für den Mittelstandsberater Helmut Steltemeier aus Lippstadt getextet habe.

Viele kleinere Unternehmen können mit wenig Aufwand ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich voranbringen. Davon ist Helmut Steltemeier als Mittelstandsberater überzeugt. Dazu hat das Unternehmernetzwerk WIW | Wirtschaft in Westfalen gemeinsam mit ihm eine neue Vortragsreihe zur ganzheitlichen Unternehmensführung initiiert. Der Eröffnungsvortrag findet am 23. April im Lippstädter CARTEC statt.

Der Lippstädter Steuerberater Helmut Steltemeier hat ein neues Veranstaltungsformat geplant.

Wie können kleine Mittelständler, Handwerksbetriebe, Einzelhändler oder Dienstleister noch erfolgreicher werden? Wo liegen typische Fallstricke, was kann man verändern? Das sind die Punkte, mit denen sich Helmut Steltemeier aus seiner langjährigen Berufserfahrung als Steuerberater auskennt. Der 68-jährige „Unruheständler“ hat nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 2012 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und ist heute als Berater für kleinere mittelständische Unternehmen tätig. „Egal ob Existenzgründer oder gestandener Unternehmer mit vielen Jahren Berufserfahrung – kleine Unternehmen sind häufig so mit der Bewältigung ihres Alltags beschäftigt, dass kaum Zeit bleibt, mal darüber nachzudenken, an welchen Hebeln man drehen könnte, um das Unternehmen noch erfolgreicher werden oder Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen“, so der Lippstädter. „Solche Betriebe brauchen einfache, verständliche Lösungen, um ihre laufenden Geschäfte besser zu kontrollieren. Die möchten wir mit der Veranstaltungsreihe bieten“.

Geplant sind vier Themenblöcke – Markt und Kunden, Mitarbeiter, Erfolg und Finanzen und der Unternehmer persönlich – die im Abstand von zwei Monaten fortlaufend behandelt werden. Die Themenblöcke stehen fest und es ergeben sich daraus dann immer wieder neue Einzelthemen. Die Veranstaltungen werden im Cartec stattfinden und richten sich an Unternehmer aus der Region – Handwerker, Einzelhandel, Dienstleister und Inhaber des produzierenden Gewerbes. „Ein Fachmann wird als Referent bei jedem Termin einen interessanten Vortrag halten, der sich einem Thema aus dem jeweiligen Themenblock widmet. Die Referenten sind erfahrene Unternehmer und Experten. „Letzten Endes geht es immer um den Alltag im Unternehmen – ein Dauerthema – und daher ist die Vortragsreihe als Fortsetzungsveranstaltung geplant“, so Steltemeier. Nach dem Vortrag gibt es noch Wissenswertes und Tipps und Tricks zum Alltag im Unternehmen und es besteht Gelegenheit zum Austausch unter den Gästen.
Helmut Steltemeier hat sich gemeinsam mit WIW | Wirtschaft in Westfalen bewusst gegen ein reines Vortragsformat und für eine besondere Herangehensweise entschieden: „Ich nehme die Rolle eines Kritikers ein, werde mit dem Referenten beim Vortrag interagieren, auch mal provokativ dazwischen gehen oder bewusst eine Gegenposition einnehmen. So kommt mehr Leben in die Veranstaltung, es werden Prozesse in Gang gesetzt und letzten Endes hat der Besucher einfach mehr Nutzen“, davon ist Steltemeier überzeugt.
Die erste Veranstaltung am 23. April um 17 Uhr hat das Thema „Immer Tempo, immer Druck und viel zu selten Zeit fürs Nachdenken“ und stellt gleichzeitig das Vortragskonzept vor. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 beschränkt. Anmeldung auf der Internetseite von WIW | Wirtschaft in Westfalen: http://www.wirtschaftinwestfalen.de/unternehmertreffen-und-geschaeftsimpulse/

TGL Technische Gebäudeausrüstung Lippstadt: Neubau für 700.000 Euro

TGL kümmert sich um den Neubau – und ich übernehme die Pressearbeit zum Projekt

TGL: Neubau für 700.000 Euro in Lippstadt

Noch in beengten Räumlichkeiten an der Raiffeisenstraße: Die TGL. Foto: Sabine Hense-Ferch

Schon kann man erahnen, wie die moderne Stahlhalle einmal aussehen wird: An der Rigaer Straße im Gewerbegebiet am Wasserturm nimmt sie langsam Form an. Direkt am Kreisel und in Nachbarschaft zur Deimel Steuerberatungs GmbH, B & W Office World und Schröer Präzision GmbH entsteht derzeit ein modernes Vorzeigeobjekt der Industriearchitektur: Das neue Domizil der TGL, Technische Gebäudeausrüstung Lippstadt. Im Juni soll die Kombination aus Halle und Büro bezugsfertig sein. „Und das wird höchste Zeit. Denn hier platzen wir buchstäblich aus allen Nähten. Die Kommissionierungsflächen im Lager und die Büroflächen reichen nicht mehr aus“, berichtet Hermann Stuckenschnieder, Kaufmännischer Geschäftsführer der TGL, die derzeit mit ihren zwei Unternehmen – der TGL Service GmbH und der TGL GmbH Heizung Klima Sanitär – noch in der Raiffeisenstraße beheimatet ist. Das starke Wachstum der mittelständischen Unternehmensgruppe – von zehn auf 40 Mitarbeiter allein in den vergangenen acht Jahren – machte einen Neubau am südlichen Rand des Gewerbegebietes erforderlich. TGL investiert 700.000 Euro allein an Baukosten.

So soll das neue Domizil der TGL nach den Plänen der Architekten einmal aussehen.

Die kleinere TGL Service GmbH bemüht sich in erster Linie um die Heizungs-, Sanitär- und Klimainstallationen kleinerer Bauprojekte und privater Bauherren in der Region. Damit erwirtschaftete sie etwa ein Zehntel des Gesamtumsatzes der Unternehmensgruppe von 6,6 Millionen Euro in 2014. Im Gegensatz dazu ist die größere TGL GmbH Heizung Klima Sanitär immer dort gefragt, wo größere Projekte im gesamten nordwestdeutschen Raum anstehen. Beispielsweise der Bau des Jack Wolfskin Logistikzentrums in Hamburg, den die TGL über sämtliche Bauabschnitte begleitete, oder der Bau anderer Logistikzentren und Verwaltungsgebäude. „Derzeit begleiten wir den Bau eines exklusiven Apartmenthauses in bester Innenstadtlage in der Hansestadt“.

Die neue Industriehalle mit Verwaltungstrakt in massiver Mauerwerks- und Stahlbetonkonstruktion entsteht auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der neuen Rigaer Straße. Sie bietet Platz für 450 Quadratmeter Büro- und 600 Quadratmeter Hallenfläche zur Lagerung und Kommissionierung von Material. Die Planung der Stahlhalle mit hochgedämmten Sandwichelementen hat das Lippstädter Architektenbüro Reiner Kiehl übernommen, Generalunternehmer ist das Paderborner Unternehmen Setup Systembau GmbH.

An der Rigaer Straße im Gewerbegebiet am Wasserturm wird derzeit gebaut. Im Juni soll die moderne Industriehalle fertig sein. Foto: Sabine Hense-Ferch

„An der Expansion führt kein Weg vorbei, wir sind seit unserer Gründung vor zehn Jahren stark gewachsen, unsere Leistungen sind im gesamten norddeutschen Raum gefragt“, berichtet Hermann Stuckenschnieder, der die TGL-Gruppe gemeinsam mit Ulrich Reinhold als Technischem Geschäftsführer leitet. Etwa drei Viertel der derzeit 40 Beschäftigten sind in der Montage tätig, daneben beschäftigt das Unternehmen aber auch kaufmännische Angestellte, Servicekräfte und technische Zeichner. Jährlich werden zwei Auszubildende als Anlagenmechaniker im technischen Bereich eingestellt, für den Ausbildungsbeginn August 2015 sucht TGL noch eine(n) Auszubildende(n) im Bereich Systemplanung (technisches Zeichnen).

21.02.15: „Ideen und Maßarbeit“- Lignatus Handwerkertage

Pressemitteilung für meinen Kunden Lignatus – die Wohnmanufaktur

„Wenn ich noch einmal bauen würde, dann…?“ Welcher Eigenheimbesitzer hat sich nicht schon einmal Gedankenspielen hingegeben von hellen und lichtdurchfluteten Räumen und Möbeln, die nur für ihn auf Maß gefertigt sind. Von einer modernen funktionalen Küche, dem Bad als Wohlfühloase, eingebauter Sicherheitstechnik in Fenstern und Türen oder Heimelektronik, die keine Wünsche offen lässt.

Lignatus-Geschäftsführer Martin Hammelbeck (2.v.l.) im Gespräch mit Besuchern.

Und viele Hausbesitzer setzen solche Träume auch früher oder später in die Wirklichkeit um: Irgendwann renoviert jeder. Spätestens wenn die Kinder aus dem Haus sind, bekommt das Thema „Wohnen“ eine andere Dimension. Die Gedanken drehen sich darum, das eigene Heim schöner und komfortabler den neuen Gegebenheiten und Bedürfnissen anzupassen. Die meisten älteren Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben und dafür gilt es, so früh wie möglich die Voraussetzungen zu schaffen. Qualität, Funktionalität und gutes Design spielen dabei die tragende Rolle.

„Das sind genau die Menschen, die wir mit den Lignatus Handwerkertagen ansprechen möchten.
Sie legen Wert auf gute handwerkliche Arbeit, ausführliche Beratung und perfekte Umsetzung sind ihnen wichtig. Das gilt nicht nur für die Generation 50plus, sondern auch für jüngere Renovierer und Bauherren“ so Martin Hammelbeck, Inhaber der Langenberger Wohnmanufaktur Lignatus.

Bloß keine Langeweile, wenn die Eltern sich informieren wollen: Lignatus-Geschäftsführer Martin Hammelbeck mit den jüngsten Besuchern der Hausmesse an der Kinder-Werkbank.

Im Rahmen der 8. Lignatus Handwerkertage am Wochenende 21. und 22. Februar präsentiert das Unternehmen unter dem Motto „Ideen und Maßarbeit“ wieder vielfältige Musterbeispiele schönen und komfortablen Wohnens, darunter atmungsaktive Wandgestaltung, auf Maß gefertigte Einbaumöbel, Raumausstattung, Metallbau, Elektro- und auch Klimatechnik.

Einzelobjekte wie Garderoben und Schranklösungen, eine Kochwerkstatt mit Esstheke samt herausfahrbarem Fernseher, ein modernes Musterbad, abgehängte Stufendecken mit Lichtlösungen und eingebauter Klimaanlage sind hier ebenso zu sehen wie komplette Räume oder Teilräume, die interessante Lösungen und pfiffige Ideen für zeitgemäßes Wohnen bieten. Alles ist individuell von Hand angefertigt und einzigartig.

Lignatus – die Wohnmanufaktur hat sich in den vergangenen 25 Jahren auf den Möbel- und Innenausbau spezialisiert. Auf Maß gefertigte Objekte für den Privatbereich, aber auch für Messebau, Praxen oder Büros gehören zur Angebotspalette des Unternehmens, das seine ganzheitlichen Konzepte und Unikate gern mit außergewöhnlichen Details würzt.

Auf den Lignatus-Handwerkertagen, die jetzt zum 8. Mal stattfinden, herrscht jedes Jahr großer Andrang.

Das besondere Konzept der Lignatus Handwerkertage besteht darin, dass nicht nur eigene Stücke der Langenberger Möbeltischlerei ausgestellt werden, sondern auch die von Ausstellungspartnern anderer Gewerke rund ums Thema Bauen, Wohnen und Renovieren. Alle Aussteller sind ausgewählte Handwerksbetriebe der Region. Die Innenarchitektin Bettina Bickert vom Krefelder Innenarchitekturbüro Plankreis und Carsten Rinsdorf vom Lippstädter Architektenteam Rinsdorf Ströcker ergänzen die Runde der Experten des Handwerks.

Allen Ausstellern gemein ist ein hohes handwerkliches Niveau in ihrem Gewerk. „Bei uns können die Kunden sicher sein, die Umgestaltung Ihres Hauses in die besten Hände zu legen. Wir alle verstehen unser Handwerk. Deshalb haben wir uns als Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengefunden und empfehlen uns gegenseitig, wenn bei Kunden umfangreiche Renovierungsarbeiten anstehen und passende Ansprechpartner für andere Gewerke fehlen“, berichtet Martin Hammelbeck. So können bei der Umgestaltung von Räumen ganzheitliche Konzepte umgesetzt werden.

Gute Beratung ist der Anfang: Martin Hammelbeck (rechts) , Initiator der Lignatus-Handwerkertage, im Gespräch mit Interessenten.

Auch das Rahmenprogramm der Lignatus Handwerkertage verspricht wieder ein
interessantes Wochenende: Am Samstag und Sonntag stehen Experten-Vorträge zu den Themen „Mineralwasser aus dem Wasserhahn“, „Badrenovierung“, „Bespiele aus dem Möbel- und Innenausbau“, „Gesundes Wohnen – Raumklima und Wohlbefinden in der Architektur“ sowie „Trends in der Innenarchitektur“ auf dem Programm. Ein begehbares Klima-Mobil informiert die Besucher über neue Trends in der Klimatechnik. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt und Pütt’s Gasthaus serviert an beiden Tagen köstliche Kreationen.

Hinweis zur Straßenführung während der Veranstaltung:
Aus Sicherheitsgründen ist die Stromberger Straße – aus Richtung Langenberg kommend – als Einbahnstraße ausgelegt und nur mit Tempo 30 befahrbar! Für die Zeit der Veranstaltung ist die Straße im Bereich von Lignatus einseitig auf einer Länge von etwa einem Kilometer zum Parken freigegeben. Aus Fahrtrichtung Stromberg/Wadersloh ist die Straße für die Dauer der Veranstaltung gesperrt. Eine Umleitung für den Fernverkehr (und für die Zufahrt zu den Lignatus – Handwerkertagen) ist ausgeschildert.

Pressemitteilung: Das Geschäft mit dem Geschäft

Der Salzkottener Unternehmer Karl-Georg Behlau setzt auf Luxus-Mobil-Toiletten statt auf Zelte.
Der Salzkottener Unternehmer Karl-Georg Behlau setzt auf Luxus-Mobil-Toiletten statt auf Zelte.

In Salzkotten-Verlar geht eine Ära zu Ende: Fahrzeugbau Behlau gibt seinen Zeltverleih auf und konzentriert sich auf Bau luxuriöser Toilettenwagen
Manchmal muss man eben Entscheidungen treffen, auch wenn sie weh tun. Karl-Georg Behlau (51), Unternehmer aus Salzkotten-Verlar, hat eine solche Entscheidung getroffen. Er wird die Geschäftssparte Zeltverleih, die er seit einem Vierteljahrhundert betreibt, aufgeben und sich nur noch auf sein Kerngeschäft, den Bau und Verleih von Toilettenwagen und Anhängern, konzentrieren. Seine Zelte – mitsamt dem dazu gehörigen Fuhrpark – kommen am 16. Oktober 2014 im Rahmen einer bundesweiten Online-Versteigerung „unter den Hammer“…

Den Artikel habe ich für meinen Kunden Karl-Georg Behlau als Pressemitteilung geschrieben und an die regionale Presse weitergegeben. Nähere Informationen über meine Pressearbeit für Unternehmen finden Sie hier.

Geschichte und Fiktion perfekt verwoben

Rita Maria Fust liest aus ihrem ersten Roman

Lange war er erwartet worden, seit einigen Tagen ist er im Buchhandel – gestern wurde er von der Autorin persönlich vorgestellt: Der Kaufmann von Lippstadt. Rita Maria Fust las sehr lebendig aus ihrem 325-Seiten starken Erstlingswerk im Lippstädter Stadtarchiv. An dem Ort, an dem vor vier Jahren alles begann.Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor.

Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor. Fotos: Hense-Ferch
Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor. Fotos: Hense-Ferch

Im Sommer 2010 nämlich, berichtete die Autorin vor einigen Wochen im Elippse-Interview, kam sie im Rahmen des Tages der Archive mit Dr. Claudia Becker als Leiterin des Stadtarchivs ins Gespräch. Diese erzählte ihr von interessanten Ereignissen der Lippstädter Geschichte, zum Beispiel der großen Explosion von 1764, die im kriegsgebeutelten Lippstadt – damals war der siebenjährige Krieg gerade vorbei und in der Stadt wurden noch Schießpulverreserven größeren Ausmaßes gehortet – verheerenden Schaden anrichtete. Überliefert ist lediglich, dass zwei junge Männer bei der Explosion starben. Um die Ursache und die Folgen dieser Geschichte rankt sich Rita Maria Fusts Roman.

Rita Maria Fust zeigte während ihrer Lesung im Stadtarchiv auch immer wieder historische Dokumente. Fotos: Hense-Ferch
Rita Maria Fust zeigte während ihrer Lesung im Stadtarchiv auch immer wieder historische Dokumente. Fotos: Hense-Ferch
Interessiertes Premierenpublikum: Volles Haus im Stadtarchiv.
Interessiertes Premierenpublikum: Volles Haus im Stadtarchiv.

Aus diesem las die 42-jährige am Donnerstagabend einige Passagen vor. Darunter die ersten Kapitel, in denen der wohlhabende Lippstädter Kaufmann Ferdinand Overkamp vorgestellt wird, der im Laufe des Buches zum Totschläger und Mörder wird, einem Erpresser zum Opfer fällt und schließlich auch noch Familie und Heimat verliert. Detailgetreu und spannend schildert die Literaturwissenschaftlerin die historischen Ereignisse und Orte des Buches. So detailliert, dass man als Lippstädter förmlich das Gefühl hat, auf den Spuren der einstigen Bewohner zu wandeln, die vor 250 Jahren die Stadt bevölkerten. Marienkirche, Goldener Hahn, Einhornapotheke, Südertor – einige markante Punkte gab es schon, sie erleichtern die Orientierung in der Noch-Festungsstadt. Auch echte historische Personen hat Fust in ihr Werk einbezogen wie den Bürgermeister Dr. Rose, den Arzt Dr. Buddeus oder den Stadtsyndicus Clüsener, den sie beim Studium in alten Dokumenten aufgrund seiner krakeligen Handschrift als wüsten und jähzornigen Menschen erkannt zu haben glaubt.

Eine Besonderheit des Buchs ist der Gegenwartsteil, der im Jahr 2010 spielt und immer wieder die historischen Passagen unterbricht. Hier kommt der junge Student Oliver Thielsen nach Lippstadt und beginnt das Rätsel um den Kaufmann Overkamp aufzuklären. Er sucht nach Anhaltspunkten und Relikten der Vergangenheit – die er schließlich auch findet. Auch hier bemüht sich die Autorin um Detailtreue: Sie schildert ausführlich die Straßen und Pfade durch die Innenstadt, beschreibt Ereignisse des Jahres 2010 wie die Gründung der neuen Gesamtschule. Sogar die Vorsitzende des neuen Elternvereins der Schule kommt in Fusts Buch mit ihrer Eröffnungsrede vor – pikanterweise sitzt sie am Abend der Buchvorstellung im Publikum. Immer wieder Schmunzeln unter den Zuhörern, wenn Fust von „echten“ Ereignissen und Orten liest: Der schäbigen Bahnhofsunterführung, den Cafés in der Poststraße, wo der Cappuccino so gut schmeckt.

Leider geht so viel Detailtreue im Roman oft zulasten der handelnden Personen. Hier vermisst man als Leser ein wenig die Tiefe der Charaktere. Warum wehrt sich der durchsetzungsstarke und mächtige Kaufmann Overkamp nicht gegen einen kleinen miesen Erpresser, warum hält ein frisch verliebter Oliver Thielsen seiner Angebeteten bei einem Stadtrundgang Dauer-Vorträge über Lippstadts Stadtgeschichte? Das wirkt ein wenig konstruiert und arg auf Sachlichkeit reduziert. An solchen Stellen kommen Zweifel auf, ob nicht der Wunsch, ein authentisches historisches Buch zu schreiben, ein wenig zu sehr im Vordergrund stand. Auch die häufig eingestreuten Fußnoten wirken – auch wenn sie die akribische Recherchearbeit und Detailgenauigkeit der Autorin unterstreichen – ein wenig störend auf den Lesefluss und unpassend für einen Roman.

Lesung erfüllte die Autorin zahlreiche Signierwünsche.
Im Anschluss an Ihre Lesung erfüllte die Autorin zahlreiche Signierwünsche.

Dennoch ist „Kaufmann von Lippstadt“ eine spannende und interessante Lektüre – nicht nur für Lippstädter und Kenner der Stadt. Und das unterscheidet ihn von zahlreichen anderen historischen Romanen: „Viele historische Romane sind in ihren Geschichten austauschbar, die Städte sind lediglich Kulisse. Das ist hier anders: In der Lippstädter Historie gibt es reale interessante Geschichten, man muss sich gar nichts ausdenken“, so Stadtarchivarin Dr. Claudia Becker bei den einführenden Worten zu Rita Maria Fusts Lesung. Ein lebendiges Stück Stadtgeschichte zu liefern, in dem reale historische Rätsel und Fiktion verwoben wurden – das ist der Autorin ausgezeichnet gelungen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung!

Und plötzlich war die Story da

In wenigen Tagen erscheint ihr Debütroman „Der Kaufmann von Lippstadt“. Ein Interview mit der Lippstädter Autorin Rita Fust

Und plötzlich war die Story da

Die Literaturwissenschaftlerin Rita Maria Fust lebt seit vielen Jahren mit Ihrer Familie in Cappel. Seit unserer Gründung schreibt sie regelmäßig für Elippse.de. Im März erscheint ihr erster historischer Roman: „Der Kaufmann von Lippstadt“. Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch sprach mit der gebürtigen Paderbornerin über ihren Alltag als Schriftstellerin und die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte, aus der schließlich die Idee für ihren Debütroman reifte. So viel sei verraten: Es gibt bereits Pläne für weitere Bücher.

der-kaufmann-von-lippstadt-1000-1667Wie sieht eigentlich der Tagesablauf einer Schriftstellerin aus? Was machst Du den ganzen Tag?
Ab 8 Uhr sitze ich am Schreibtisch und lese, bzw. recherchiere – meist in Geschichtsbüchern, Fachzeitschriften, Aufsätzen oder Original- Quellen aus dem Stadtarchiv Lippstadt und die zum Thema meines aktuellen Projektes gehören. Wenn ich mir dann fundiertes Hintergrundwissen erarbeitet habe, erstelle ich ein Konzept, auf dessen Grundlage ich eine fiktive Geschichte entwickle. Dann schreibe ich – lese diverse Textpassagen nach, recherchiere vertiefend, schreibe, lese, schreibe, lese … Die Nachmittage und Abende halte ich mir weitgehend für meine Familie frei.

Liest am 20. März aus ihrem Debütroman: Die Lippstädter Autorin Rita Fust. Fotos: Sabine Hense-Ferch

Wie kamst Du überhaupt auf die Idee, einen historischen Roman zu schreiben, der in Lippstadt spielt?
Die Initialzündung war im Frühjahr 2010, da war der Tag der Archive. Auch das Lippstädter Stadtarchiv hatte an diesem Sonntag für Besucher geöffnet. Ich ging hin und erfuhr so viel über Lippstadt, dass ich dachte, darüber müsste ich eigentlich etwas schreiben. Und los ging es mit lesen und recherchieren. Viele Quellen aus dem Stadtarchiv und Geschichtsbücher der Stadt habe ich studiert und dabei festgestellt: Lippstadt hat viele Geschichten zu erzählen. Im April 2010 stand für mich fest: Ich schreibe einen Roman über die große Explosion in Lippstadt, die 1764 war.  2010 wurde dann auch das 825-jährige Stadtgründungsjubiläum gefeiert, viele Veranstaltungen beschäftigten sich mit der Stadtgeschichte. Auch das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Und plötzlich war sie da, die Geschichte des Ferdinand Overkamp und das erste Rätsel des Oliver Thielsen: Der Kaufmann von Lippstadt.

Wie verlief die Recherche für das Buch, welche Quellen hast Du benutzt?

Das Stöbern im Stadtarchiv brachte die Idee zum Roman. Eine Fortsetzung ist
Der Kaufmann von Lippstadt ist mein erster historischer Roman, und so musste ich grundsätzlich mein Geschichtswissen auffrischen. Ich hatte zwar Geschichte Leistungskurs in der Oberstufe und literaturgeschichtliche Seminare an der Uni, aber das reicht bei weitem nicht aus. Der Roman spielt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wie war das Lippstadt der damaligen Zeit? Bei der Beantwortung der Frage hat mir Dr. Claudia Becker, die Leiterin des Stadtarchivs, sehr geholfen. Ohne ihre Hilfe hätte ich Lippstadts Geschichte niemals so kennengelernt und hätte höchst wahrscheinlich auch keinen historischen Roman schreiben können, der in Lippstadt spielt.

Wieviel davon ist Wahrheit, wieviel Dichtung?
Gerade weil mich Dr. Claudia Becker so unterstützt hat, habe ich ein recht gutes Bild vom historischen Lippstadt zeichnen können. Sie hat mir von der großen Explosion erzählt, die 1764 Lippstadt fast dem Erdboden gleichgemacht hat und einen weit größeren Schaden hinterlassen hat, als der Siebenjährige Krieg, der gerade vorbei war. Um dieses reale Ereignis habe ich das fiktive Schicksal des Kaufmanns von Lippstadt – Ferdinand Overkamp – entworfen. Es sind übrigens alle Figuren, die in irgendeiner Form in ein Verbrechen involviert sind – sei es als Täter oder Opfer – fiktiv. So auch der Protagonist Overkamp, seine Familie und vor allem sein Schicksal.

Rita Fust sprach mit Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch über ihre Arbeit als Schriftstellerin.

Die historischen Persönlichkeiten, wie die Bürgermeister, der Stadtsyndicus, der Stadtphysicus und viele andere haben ihre „echten“ Namen und Berufe und Ämter “behalten”. Schwierig wurde es dann bei der „Verteilung“ der Charaktere. Darüber ist im Archiv natürlich nichts zu finden, wie sollte es auch? Die Eigenschaften und das Aussehen sind also fiktiv. Wie ich trotzdem Rückschlüsse auf Charaktere gezogen habe, zeiche ich an einem Beispiel in der Premierenlesung. Ich habe immer darauf geachtet, die historischen Kapitel so realitätsnah wie möglich zu formulieren, nicht nur in Bezug auf Handlung und Fakten, sondern auch bei der Wortwahl. Unzählige Wörter habe ich nachgeschlagen, ob sie im 18. Jahrhundert schon so verwendet wurden, wie wir es heute tun. Grundsätzlich ist es wichtig, Anachronismen zu vermeiden. Das sind nicht immer die großen Fehler wie: Smartphone im 18. Jahrhundert; das sind auch  viele Kleinigkeiten, die – soweit es möglich ist – natürlich auch richtig sein sollten.

Wie kam dann der Kontakt zum Gmeiner Verlag zustande?
Im Internet sind natürlich alle Verlage zu finden, aber es ist ratsam, sich zuerst über das Verlagsprogramm zu informieren. Ich habe dann gezielt die Verlage angeschrieben, die Regionalromane veröffentlichen. Da gibt es sehr viele, habe ich festgestellt – und ich habe viele Absagen bekommen. Das war nicht schön. Umso größer war dann die Freude, als der Gmeiner-Verlag mich – nachdem das Exposé und die Leseprobe wohl neugierig gemacht hatten – um ein persönliches Kennenlernen auf der Buchmesse in Frankfurt 2012 gebeten hat. Da habe ich dann Claudia Senghaas von der Programmleitung kennengelernt und mit ihr ein Gespräch geführt, bei dem ich von vorne herein ein richtig gutes Gefühl hatte. Das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit: Ende 2012 habe ich den Verlagsvertrag bei Gmeiner unterschrieben.
Hier sieht man übrigens, wie lange solche Prozesse dauern: Recherche- und Schreibbeginn: Mitte 2010, Beginn der Verlagssuche: Mitte 2011, Vertragsunterzeichnung: Ende 2012, Lektorat 2013, Erscheinung: März 2014 – da braucht man einen langen Atem …

Ihr erster Roman erscheint in diesen Tagen, Rita Fust schreibt bereits an den Fortsetzungen.

Wird es eine Fortsetzung geben?
Während die Verlagssuche lief, hatte ich genug Zeit, um einen zweiten Teil zu schreiben. Es ist so: Untypisch für einen historischen Roman ist, dass es einen Teil gibt, der in der Gegenwart spielt. Der Kaufmann von Lippstadt spielt 1764/65 und 2010. Beide Zeitebenen ergeben am Ende des Romans eine (Familien-)Geschichte. Der Protagonist der Gegenwartspassagen heißt Oliver Thielsen. Er ist es, der 2010 das erste historische Rätsel (fast) löst. 2012, in meinem zweiten Roman, löst Oliver Thielsen sein zweites Rätsel und die Recherchen zu einem dritten Rätsel laufen …
Warum die beiden Zeitebenen?
Mir ist besonders wichtig, aufzuzeigen, dass Vergangenheit nicht nur ein zurückliegendes und in sich geschlossenes Ereignis ist, das man abhaken und wegpacken kann. Wie viele sagen immer: Was interessiert mich Geschichte, ich lebe im Hier und Jetzt. Aber die Vergangenheit wirkt fort. Unser Heute ist nur so wie es ist, weil die Vergangenheit so war wie sie war. In diesem Zusammenhang muss ich immer an Christa Wolf denken, die in „Kindheitsmuster“ geschrieben hat: „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.“
Fazit nach dem ersten Buch: Was ist gut gelaufen, was würdest Du beim nächsten Roman anders machen?
Allein die Tatsache, dass die Gegenwartspassagen fortlaufend sind (2010/2012/201?), macht es für mich einfacher: Ich „kenne“ den Protagonisten Oliver Thielsen und sein Umfeld, also muss ich es „nur“ fortschreiben. Und von den geschichtlichen Grundlagen, die ich mir seit 2010 erarbeitet habe, profitiere ich natürlich und somit auch die historischen Teile meiner Romane. Es geht zwar schneller und einfacher als beim ersten Mal, trotzdem recherchiere ich gründlich. Der historische Teil der Fortsetzung spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und der Protagonist ist kein Kaufmann, so dass ich mir andere berufsbezogene Fachkenntnisse erarbeiten musste.

Der Countdown für die Lesung läuft. Restkarten für den 20. März gibt's bei Frollein Coco in der Hellen Halle.