Der Lippstädter Busunternehmer Michael Berensmeier. Foto: Hense-Ferch

Aus Bernie-Tours wird Bernie-Reisen

Busunternehmer Michael Berensmeier startet mit frischem Konzept ins neue Jahr

Lippstadt, Januar 2017. Manchmal muss man alten Ballast abwerfen und einen Schlussstrich ziehen, wenn man möchte, dass Neues gelingt. Michael Berensmeier, Bus-Unternehmer aus Hörste und vielen Lippstädtern bekannt als Chef von Müller Reisen und später Bernie-Tours, hat eine solche Entscheidung getroffen. Er ist mit seinem Reiseunternehmen in die Insolvenz gegangen – trotz eines vollen Terminkalenders und vieler Stammkunden, die ihm auch 2016 die Treue gehalten hatten. Mit neuer Firmierung und gut gefüllten  Auftragsbüchern geht es jetzt 2017 wieder auf Tour – zum Beispiel in die beliebten grenznahen Einkaufsstädte in den Niederlanden, zur Landpartie in Bückeburg,  zum ZDF-Fernsehgarten mit Andrea Kiewel in Mainz oder nach Rust zum Europa Park zur Sendung „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mrosch verbunden mit Aufenthalten in Freiburg, Colmar und dem Elsass – dann allerdings unter dem neuen Namen „Bernie-Reisen“. „Wir werden zum 1. Februar ein neues Unternehmen gründen.

Der Lippstädter Busunternehmer Michael Berensmeier. Foto: Hense-Ferch
Der Lippstädter Busunternehmer Michael Berensmeier. Foto: Hense-Ferch

Aus der Bernie-Tours e.K. wird dann die Bernie-Reisen GmbH. Für unsere Kunden wird sich auf den ersten Blick nicht viel ändern: Nach wie vor wollen wir Studienfahrten und  Vereinsfahrten für Clubs und Gruppen ebenso anbieten wie komplett durchgeplante Ausflugstouren“, so Geschäftsführer Michael Berensmeier. Was sich allerdings ändert ist das dahinter stehende Geschäftsmodell: Statt einer stattlichen Flotte eigener Fahrzeuge speckt Berensmeier drastisch ab und setzt jetzt größtenteils auf Mietbusse. Lediglich ein Bus und mehrere moderne Kleintransporter gehören zur Firmenflotte der neu gegründeten Bernie-Reisen. Auch personell bleibt es bei der bewährten Besetzung: Michael Berensmeier wird in der Geschäftsführung der neu gegründeten GmbH von Prokuristin und Gesellschafterin Heike Klaus unterstützt. Während sich „Bernie“ – so der Spitzname von Berensmeier – um die Leitung des Unternehmens, die Einsatzpläne der acht fest angestellten und etwa ebenso vielen Aushilfs-Fahrer kümmert und sich auch selbst hinters Steuer setzen wird, ist Reiseverkehrskauffrau Heike Klaus für die Ausarbeitung der Tages- und Mehrtagesfahrten,  Ausflüge und Anmeldungen der Reisebuchungen zuständig und fungiert außerdem als „rechte“ Hand des Chefs.

Die Insolvenz war zum Ende des vergangenen Jahres unausweichlich geworden: „Ich bin aus Schaden klug geworden“, resümiert Berensmeier, der 2011 ins Unternehmen Müller Reisen als Inhaber eingestiegen und ab 2012 auf den Chefsessel von Müller Reisen und später Bernie-Tours gewechselt war. Mit Busführerschein und Fachkundelehrgang hatte sich der gelernte Elektrotechniker damals für die neue Branche fit gemacht. „Das Unternehmen florierte zwar, aber wir hatten einfach zu viele Altlasten: Kreditschulden, alte Verbindlichkeiten und viele reparaturbedürftige Fahrzeuge – die Kosten fraßen buchstäblich den Gewinn auf und wir kamen mit dem Unternehmen trotz guter Auftragslage auf keinen grünen Zweig“. Da war ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende: In Zukunft setzt das neue Unternehmen auf ein verändertes Konzept, nämlich Kosten sparen durch Anmietung der Reisebusse für größere Gruppen.

Eine  kleine Marktnische bedient Berensmeier ebenfalls mit seinen Unternehmen: Er vermietet Kleintransporter für bis zu acht Personen. „Das ist für viele Kunden sehr praktisch, denn man braucht keinen Personenbeförderungsschein“, so der Hinweis des Geschäftsführers. Bernie-Reisen bietet auch zukünftig Gruppenreisen und Wochenendtouren für zehn bis etwa 60 Teilnehmer sowie  Tagesfahrten mit Mindestteilnehmerzahl von 22 Personen an. Einerseits richten sich die Ziele nach den Wünschen der Kunden – ob das Fußballvereine oder Frauengemeinschaften sind oder Gruppen, die einen Abholservice nach Hochzeitsfeiern, Abi-Partys oder der Ski-Sause in Willingen wünschen – andererseits gibt es einige fest organisierte Touren zu beliebten Zielen mit Full-Service-Angebot. Von der Fahrt über Verpflegung und Eintrittspreis: Die Teilnahmen an beliebten Fernsehsendungen sind ebenso dabei wie Fahrten zu Weihnachtsmärkten in der Region, die Shoppingtour nach  Enschede und Venlo, Roermond  oder nach Oosterik zum Gartenmarkt sowie nach Bückeburg zur Landpartie. Diese Fahrten werden zeitnah in der lokalen und überregionalen Presse inseriert oder über Flyer bekannt gemacht. „Für diese Fahrten verfügen wir noch über einen eigenen Bus mit 22 Sitzplätzen, ansonsten arbeiten wir mit zuverlässigen Partnerunternehmen zusammen und mieten die modernen Fahrzeuge nach Bedarf. So vermeiden wir Leerlauf und Stillstände. Wenn nicht genügend Anmeldungen zustande kommen, dann finden diese Fahrten leider auch nicht statt“, so Heike Klaus. „Bisher sind diese Touren aber immer sehr beliebt gewesen, deswegen haben wir auch für 2017 wieder einiges auf dem Plan“.

Sie möchten auch Wissenswertes aus Ihrem Unternehmen in der lokalen oder regionalen Presse lancieren? Hier finden Sie Informationen dazu

 

Klärschlammtrocknung in Lippstadt - ein Modell für andere Kommunen? Doppelseite erschienen in Rathausconsult 1 - 2016

Lösung für Klärschlamm-Problem – Beitrag in Rathausconsult 1-2016.

In Lippstadt werden künftig 5000 Tonnen des Abfallstoffs jährlich zu hochwertigem Brennstoff veredelt

Wohin nur mit dem Klärschlamm? Die Entsorgung stellt für viele Kommunen ein drängendes Problem dar: War es bis vor wenigen Jahren noch vielerorts gang und gäbe, den Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen, sorgen strenge Gesetze wie die geplante Novellierung der Klärschlammverordnung mit dem Ausbringungsverbot aber noch mehr die Düngemittelverordnung, die die Grenzwerte der Klärschlammverordnung teilweise deutlich verschärft, dafür, dass Kommunen sich nach Alternativen umsehen müssen. Eine Alternative ist eine Verbrennung des Schlamms durch so genannte Thermische Verwerter, also Verbrennungsanlagen. Sie sind bereit, den entwässerten Schlamm anzunehmen. Bei dieser Variante wird aber sehr viel Wasser transportiert. Alternativ kann der Klärschlamm am Entstehungsort getrocknet werden. Die Stadtentwässerung Lippstadt, eine Anstalt öffentlichen Rechts, setzt auf die 2. Variante: Sie wird demnächst den anfallenden Klärschlamm mit einem Bandtrockner trocknen, der von einem Blockheizkraftwerk mit Warmluft und Strom versorgt wird. Der Effekt: Kostenersparnis und Gewässerschutz.

Bereit für die Klärschlammtrocknung in Lippstadt: Karl-Heinz Schwartze von der Stadtentwässerung und Stadtwerke-Chef Siegfried Müller. Foto: Hense-Ferch
Bereit für die Klärschlammtrocknung in Lippstadt: Karl-Heinz Schwartze von der Stadtentwässerung und Stadtwerke-Chef Siegfried Müller. Foto: Hense-Ferch

„Wir gewinnen unser Trinkwasser aus eigenen Brunnen auf dem Stadtgebiet, deshalb kommt aus Gründen des Verbraucherschutzes eine Ausbringung des Klärschlamms auf landwirtschaftliche Flächen nicht mehr in Betracht“, erklärt Siegfried Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt GmbH und in Personalunion Vorstand der Stadtentwässerung Lippstadt AöR. Vor allem die im Klärschlamm enthaltenen Mikroverunreinigungen – Medikamentenrückstände und Hormone – bereiten ihm Kopfzerbrechen. Stadtentwässerung und Stadtwerke Lippstadt suchen deshalb  gemeinsam nach einer Alternative für die Entsorgung von jährlich rund 5000 Tonnen entwässerten Schlamms, die in der Zentralkläranlage der 70.000 Einwohner zählenden Stadt im Kreis Soest anfallen. Als zu Beginn des Jahres 2015  die Düngemittelverordnung weiter verschärft wurde, bedeutete das für Lippstadt das Aus für die Entsorgung auf dem Acker. Auch viele andere Kommunen müssen jetzt nach Wegen suchen, bei der Entsorgung ihres Klärschlamms unabhängig von landwirtschaftlichen Flächen zu werden.

Lippstadt entschied sich zunächst für eine Zwischenlösung: Der Klärschlamm wird aktuell  vor Ort entwässert und dann – auf einen Trockensubstanzgehalt von 25 Prozent gebracht – zur Verbrennung an Kohlekraftwerke geliefert. Ein Weg, der nur eine Übergangslösung darstellen kann und auf Dauer nicht zufrieden stellt: „Das Material enthält immer noch 75 Prozent Wasser, deshalb fallen hohe Transport- und Entsorgungskosten an“, berichtet Karl-Heinz Schwartze, Technischer Leiter der Stadtentwässerung Lippstadt. Im Vergleich zur vorherigen Lösung, den Klärschlamm auf den Acker auszubringen, seien die Kosten um 60 bis 70 Prozent gestiegen. „Und diese Kosten sind auch nur deshalb nicht noch höher, weil unsere Kläranlage über ein großes Lager für den entwässerten Schlamm  verfügt. Wir können das Material zwischenzeitlich einige Monate  lagern, bis es im Kohlekraftwerk zur Verbrennung benötigt wird und müssen uns nicht täglich um den Abtransport kümmern“, so Schwartze. „Wenn wir dieses große Zwischenlager nicht hätten, wäre die Entsorgung noch bedeutend teurer“, resümiert er.

Klärschlammtrocknung in Lippstadt - ein Modell für andere Kommunen? Doppelseite erschienen in Rathausconsult 1 - 2016
Klärschlammtrocknung in Lippstadt – ein Modell für andere Kommunen? Doppelseite erschienen in Rathausconsult 1 – 2016

Aber auf Dauer kann auch diese Lösung nicht zufriedenstellen – der hohen Kosten wegen, aber auch wegen der zu erwartenden strengeren Rahmenbedingungen: „Wer weiß, wie lange es in Deutschland noch Kohlekraftwerke als Abnehmer für Klärschlamm gibt?“, gibt Stadtwerke-Chef Müller zu Bedenken. Eine andere Lösung wurde gesucht – und gefunden. In Form einer Kooperation mit dem niederländischen Maschinenbauunternehmen Dorset, das Bandtrocknungsanlagen herstellt.

Mit einer Bandtrocknungsanlage – ursprünglich für die Trocknung von Gülle und Gärrest aus der Biogasanlage konzipiert – gelingt es, den vorentwässerten Klärschlamm auf einen Trockensubstanzgehalt von 90 bis 95 Prozent herunter zu trocknen und so die Masse um drei Viertel zu reduzieren – Endprodukt ist eine granulatähnliche Substanz, die beste Voraussetzungen für eine hochwertige Verbrennung bietet. Das entstandene Produkt ist daher auch für Abnehmer wie die Zementindustrie interessant. „Erste Trocknungsversuche sind sehr vielversprechend gelaufen, wir haben uns Referenzanlagen angesehen und uns für diese Anlage entschieden“, so Schwartze. Das Projekt soll in einigen Monaten starten.

Der Bandtrockner arbeitet nach dem Prinzip der Verdunstungstrocknung, wobei die austretende feuchte Luft am Ende des Prozesses eine biologische Abluftreinigung durchläuft und erst dann in die Atmosphäre abgegeben wird. Zunächst wird der vorentwässerte Klärschlamm über eine Dosiereinrichtung, die so genannte Spaghettipresse, auf ein Band aus Stahlplatten gepresst. Diese Methode hat zwei Vorteile: Der Schlamm erhält eine größere Oberfläche, wodurch er schneller trocknet Und: Durch den Pressvorgang entsteht eine hohe Dichte des Materials, das deshalb einen verbesserten Brennwert erzielt. Die Stahlplatten, auf denen der gepresste Klärschlamm nun zum Trocknen liegt, bilden ein horizontal umlaufendes Transportband, das während des Trocknungsprozesses durch den Trockner gezogen und von Warmluft durchströmt wird. Ein optimaler Luftdurchlass wird dadurch erzielt, dass die Stahlplatten perforiert sind.

Der Klärschlamm wird nun solange auf den Stahlplatten getrocknet, bis er einem krümeligen Granulat ähnelt, das sich gut und vor allem staubfrei transportieren lässt. Die Anlage wird kontinuierlich in Betrieb sein, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche. „Wir benötigen keine ständige Überwachung und Wartung, auch das ist ein großer Vorteil“, so Karl-Heinz Schwartze.

Die für den Trockner erforderliche Wärme stammt von einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das ebenfalls neu installiert wird und das bestehende BHKW ergänzen soll. Und hier schließt sich der Kreis, der das Ganze lukrativ macht: Das bereits vorhandene BHKW wird mit dem Faulgas der Kläranlage betrieben und deckt durch seine Stromproduktion 60 Prozent des Bedarfs der Kläranlage. Den übrigen Strombedarf muss die Kläranlage bei den Stadtwerken zukaufen. Mit dem Kauf des zweiten BHKWs ist das vorbei: Es wird mit Erdgas betrieben – zugekauft von den Stadtwerken – deckt den übrigen Strombedarf der Kläranlage und produziert warme Abluft, mit der der Verdunstungstrockner schließlich den Klärschlamm trocknet.

Von ursprünglich 5000 Tonnen feuchten Klärschlamms bleiben schließlich noch 1200 Tonnen Granulat übrig – also ein LKW pro Woche. Und der muss nicht mehr kilometerweit bis zum nächsten Kohlekraftwerk fahren, sondern  – wenn alles gut läuft – nur noch die Nachbarkommunen ansteuern, in denen mehrere Zementwerke ihren Sitz haben: Das Klärschlammgranulat hat einen hervorragenden Heizwert von ca. zehn MJ/kg und ist damit als Zusatzbrennstoff für die Heizöfen der Zementindustrie interessant.

„Natürlich tätigen wir hohe Investitionen in neue Anlage, aber wir hoffen, dass sich die Entsorgungskosten damit unter dem Strich nach acht oder zehn Jahren amortisieren“, so Stadtentwässerung-Vorstand  Siegfried Müller. Aber schließlich ist da noch der weitaus größere positive Effekt: Der Gewässer- und damit Umweltschutz.

Hier geht’s direkt zum Artikel in Rathausconsult

und hier geht’s zum pdf des Beitrags rathausconsult 1-2016_Seiten 50-51

Und hier finden Sie weitere Informationen über meine Arbeit als Magazinjournalistin

Rita Maria Fust liest aus ihrem ersten Roman

Lange war er erwartet worden, seit einigen Tagen ist er im Buchhandel – gestern wurde er von der Autorin persönlich vorgestellt: Der Kaufmann von Lippstadt. Rita Maria Fust las sehr lebendig aus ihrem 325-Seiten starken Erstlingswerk im Lippstädter Stadtarchiv. An dem Ort, an dem vor vier Jahren alles begann.Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor.

Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor. Fotos: Hense-Ferch
Rita Maria Fust stellte ihren ersten Roman vor. Fotos: Hense-Ferch

Im Sommer 2010 nämlich, berichtete die Autorin vor einigen Wochen im Elippse-Interview, kam sie im Rahmen des Tages der Archive mit Dr. Claudia Becker als Leiterin des Stadtarchivs ins Gespräch. Diese erzählte ihr von interessanten Ereignissen der Lippstädter Geschichte, zum Beispiel der großen Explosion von 1764, die im kriegsgebeutelten Lippstadt – damals war der siebenjährige Krieg gerade vorbei und in der Stadt wurden noch Schießpulverreserven größeren Ausmaßes gehortet – verheerenden Schaden anrichtete. Überliefert ist lediglich, dass zwei junge Männer bei der Explosion starben. Um die Ursache und die Folgen dieser Geschichte rankt sich Rita Maria Fusts Roman.

Rita Maria Fust zeigte während ihrer Lesung im Stadtarchiv auch immer wieder historische Dokumente. Fotos: Hense-Ferch
Rita Maria Fust zeigte während ihrer Lesung im Stadtarchiv auch immer wieder historische Dokumente. Fotos: Hense-Ferch
Interessiertes Premierenpublikum: Volles Haus im Stadtarchiv.
Interessiertes Premierenpublikum: Volles Haus im Stadtarchiv.

Aus diesem las die 42-jährige am Donnerstagabend einige Passagen vor. Darunter die ersten Kapitel, in denen der wohlhabende Lippstädter Kaufmann Ferdinand Overkamp vorgestellt wird, der im Laufe des Buches zum Totschläger und Mörder wird, einem Erpresser zum Opfer fällt und schließlich auch noch Familie und Heimat verliert. Detailgetreu und spannend schildert die Literaturwissenschaftlerin die historischen Ereignisse und Orte des Buches. So detailliert, dass man als Lippstädter förmlich das Gefühl hat, auf den Spuren der einstigen Bewohner zu wandeln, die vor 250 Jahren die Stadt bevölkerten. Marienkirche, Goldener Hahn, Einhornapotheke, Südertor – einige markante Punkte gab es schon, sie erleichtern die Orientierung in der Noch-Festungsstadt. Auch echte historische Personen hat Fust in ihr Werk einbezogen wie den Bürgermeister Dr. Rose, den Arzt Dr. Buddeus oder den Stadtsyndicus Clüsener, den sie beim Studium in alten Dokumenten aufgrund seiner krakeligen Handschrift als wüsten und jähzornigen Menschen erkannt zu haben glaubt.

Eine Besonderheit des Buchs ist der Gegenwartsteil, der im Jahr 2010 spielt und immer wieder die historischen Passagen unterbricht. Hier kommt der junge Student Oliver Thielsen nach Lippstadt und beginnt das Rätsel um den Kaufmann Overkamp aufzuklären. Er sucht nach Anhaltspunkten und Relikten der Vergangenheit – die er schließlich auch findet. Auch hier bemüht sich die Autorin um Detailtreue: Sie schildert ausführlich die Straßen und Pfade durch die Innenstadt, beschreibt Ereignisse des Jahres 2010 wie die Gründung der neuen Gesamtschule. Sogar die Vorsitzende des neuen Elternvereins der Schule kommt in Fusts Buch mit ihrer Eröffnungsrede vor – pikanterweise sitzt sie am Abend der Buchvorstellung im Publikum. Immer wieder Schmunzeln unter den Zuhörern, wenn Fust von „echten“ Ereignissen und Orten liest: Der schäbigen Bahnhofsunterführung, den Cafés in der Poststraße, wo der Cappuccino so gut schmeckt.

Leider geht so viel Detailtreue im Roman oft zulasten der handelnden Personen. Hier vermisst man als Leser ein wenig die Tiefe der Charaktere. Warum wehrt sich der durchsetzungsstarke und mächtige Kaufmann Overkamp nicht gegen einen kleinen miesen Erpresser, warum hält ein frisch verliebter Oliver Thielsen seiner Angebeteten bei einem Stadtrundgang Dauer-Vorträge über Lippstadts Stadtgeschichte? Das wirkt ein wenig konstruiert und arg auf Sachlichkeit reduziert. An solchen Stellen kommen Zweifel auf, ob nicht der Wunsch, ein authentisches historisches Buch zu schreiben, ein wenig zu sehr im Vordergrund stand. Auch die häufig eingestreuten Fußnoten wirken – auch wenn sie die akribische Recherchearbeit und Detailgenauigkeit der Autorin unterstreichen – ein wenig störend auf den Lesefluss und unpassend für einen Roman.

Lesung erfüllte die Autorin zahlreiche Signierwünsche.
Im Anschluss an Ihre Lesung erfüllte die Autorin zahlreiche Signierwünsche.

Dennoch ist „Kaufmann von Lippstadt“ eine spannende und interessante Lektüre – nicht nur für Lippstädter und Kenner der Stadt. Und das unterscheidet ihn von zahlreichen anderen historischen Romanen: „Viele historische Romane sind in ihren Geschichten austauschbar, die Städte sind lediglich Kulisse. Das ist hier anders: In der Lippstädter Historie gibt es reale interessante Geschichten, man muss sich gar nichts ausdenken“, so Stadtarchivarin Dr. Claudia Becker bei den einführenden Worten zu Rita Maria Fusts Lesung. Ein lebendiges Stück Stadtgeschichte zu liefern, in dem reale historische Rätsel und Fiktion verwoben wurden – das ist der Autorin ausgezeichnet gelungen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung!

„Ich möchte Menschen zur Kreativität verführen“

Ein Interview mit Inga Coso

 

Ich möchte Menschen zur Kreativität verführen“

 

Sie ist Schneiderin mit Leib und Seele: Nach acht Jahren am Tonhüttenweg ist Inga Coso nun mit ihrem Atelier in die Helle Halle gezogen. Hier bietet „frollein Coco“ individuelle Mode und schöne Stoffe an. Mit Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch sprach Inga Coso über ihre Leidenschaft für künstlerische Unikate, ihre Idee von einem Kreativennetzwerk in Lippstadt und die Philosophie ihrer Arbeit.

Inga Coso probiert immer wieder neue Entwürfe aus. Foto: Coso

Hense-Ferch: „frollein Coco“, Ihr neues Ladenatelier in der Hellen Halle ist nicht einfach ein Stoffladen. Sie sehen es als einen Concept Store unter Beteiligung anderer Kreativer. Das klingt aufregend, vielversprechend. Was sollen wir uns denn genau darunter vorstellen?

Coso: Der neue Name “frollein Coco” steht für ein neues Konzept. Unter anderem vertreibe ich hier eine Auswahl edler, hochwertiger Stoffe aus Seide oder Schurwolle, mit denen die anspruchsvolle Kundin eigene Vorstellungen selbst verwirklichen kann. Der Gedanke ist, hierbei auf Nachhaltigkeit und Wertigkeit zu achten, Qualität statt Quantität.

Hense-Ferch: Also eigener Look statt Massenware?

Coso: Genau. Deshalb biete ich auch schöne Einzelstücke an, die ich nach eigenen Entwürfen oder Wunsch der Kundin fertige. Jedes der Teile ist einzigartig, ein Unikat. Komplettiert wird mein Sortiment durch selbst genähte, ausgefallene Accessoires und Dekoartikel. Der Laden ist bewusst im Loft Charakter gehalten, damit Verkauf und Kreativität ineinander übergehen können. Meine Idee ist es, auch anderen Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten in meinen Räumlichkeiten auszustellen, das könnten Goldschmiede sein, Fotografen, Maler oder Kunstschmiede. Ich wünsche mir, dass mein Concept Store mit der Zeit zum Treffpunkt vieler Kreativer wird, und sich interessante Kontakte daraus ergeben. Und die neuen Räume in der malerischen Hellen Halle in der historischen Altstadt mit ihrem besonderen Charme und den vielen kleinen Fachgeschäften und Kneipen in der Nachbarschaft bieten dafür ideale Voraussetzungen.

Hense-Ferch: Das klingt nach einer Lebensphilosophie, die dahinter steckt?

Eine Torte zur Eröffnung. Foto: Sabine Hense-Ferch

Coso: Ja, ich möchte zum Umdenken anregen und vertrete die Philosophie, dass Kleidung etwas besonderes ist, etwas einzigartiges, das die Persönlichkeit des Menschen unterstreicht. Jeder Mensch hat seine Lieblingsstücke, oder? Ich möchte weg von dem Gedanken, dass Kleidung Massenware ist, hin zu mehr Wertigkeit und Einzigartigkeit. Meine Leidenschaft für schöne Stoffe, die Kombination guter Materialien und Farbzusammenstellungen und der Wunsch, individuelle, langlebige und wertvolle Kleidungsstücke anzufertigen, stehen im Vordergrund meines Denkens und meiner Arbeit.

Hense-Ferch: Welche Stoffe bevorzugen Sie denn?

Coso: Die Stoffe sind vielfältig: Schurwolle, Seide, Viskose, weich fallende Jerseystoffe aus den USA, Italien und Deutschland . Dazu kommen noch schöne bunte Stoffe aus dem Patchworkbereich für Kinder.  In Kürze werde ich auch Bio-Baumwolle ins Sortiment nehmen. Mir ist vor allem die Herkunft meiner Stoffe wichtig. Wo es mir möglich ist, möchte ich zur Transparenz beitragen. Zu dieser Vielfalt passt es doch hervorragend, andere Künstler hinzuzuziehen. Das ist eine Bewusstseinsänderung, die auch viele andere Menschen vollziehen, das merke ich an der Nachfrage. Selbermachen hat sich von einem Trend zu einer Bewegung entwickelt. Wer selber etwas herstellt, kann sich nicht nur individuelle Mode und Wohnwünsche erfüllen, sondern bekommt auch einen persönlichen Bezug zu den Dingen. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen die Freude am Machen und die Entdeckung der eigenen Kreativität !

Hense-Ferch: Was sind das denn für Kreativ-Nähkurse, die Sie anbieten?

Coso: Mit dem Umzug in die Helle Halle habe ich das Angebot meiner Nähschule noch einmal deutlich erweitert: Der Zuschnitt und die Fertigung von Kleidung, das Nähen von Taschen und Accessoires kann man hier ebenso lernen wie z.B. Patchwork-Techniken oder das “Aufpimpen” und „upcycling“ der eigenen Garderobe. Durch einfache Veränderungen an den eigenen Klamotten, das Kürzen, Verlängern, Aufnähen von Taschen oder ähnliches können ganz tolle Sachen entstehen, echte Hingucker. Ich habe 28 Jahre Berufserfahrung als Schneiderin und ich vermittle gern mein Wissen, um Leuten zu zeigen, was alles möglich ist. Ich möchte Menschen zur Kreativität (ver)führen und sie anleiten, ihren eigenen Look zu entwickeln und sich perfekt anzuziehen – individuell nach ihrem Stil.
Wer sich heute an die Nähmaschine setzt, der will nicht zwangsläufig Geld sparen.
Immer häufiger geht es vor allem darum, eigene Ideen umzusetzen und einen eigenen Look zu kreieren. In Zukunft plane ich auch Häkel- und Strickkurse und Applikationskurse, wobei man sich die Vorlagen dazu von graphischen Motiven aus dem Internet holen kann. Das bietet so viele Möglichkeiten! Übrigens: Ich bin auch immer auf der Suche nach Studenten aus dem Designbereich, die bei mir ein Praktikum machen möchten.

Hense-Ferch: Wo holen Sie Ihre Anregungen?

Coso: Ich stöbere gern in Großstädten durch Altstadtviertel, in kleinen Läden der Alternativszene oder gehe über Designmärkte im Ruhrgebiet und lasse mich treiben. Inspiration gibt es überall. Ideen kommen mir an jedem Ort. Oder ich recherchiere im Internet, in Büchern, in Fachmagazinen. Ich bin immer auf den Spuren der Trends und schöpfe daraus etwas Neues. Mein Lieblingstrend ist zur Zeit übrigens ‚Upcycling‘, also aus gebrauchten Kleidungsstücken etwas Neues kreieren. Daraus entstehen die schönsten Modelle. Wer sich einmal anschauen möchte, wie Upcycling funktioniert, kann sich hier ein Video dazu anschauen.
Hense-Ferch: Sie haben ja schon einiges an Referenzen vorzuweisen, ganze Kollektionen genäht und Showrooms ausgestattet. Können Sie uns davon erzählen?

Ein Schaufenster, das neugierig macht. Foto: Coso
Ein Schaufenster, das neugierig macht. Foto: Coso

Coso: Vor einigen Jahren habe ich für die junge Firma Kehrwear die komplette Erstkollektion erstellt und genäht . Das war eine tolle interessante Arbeit! Aber ich habe auch schon bei verschiedenen Ausstellungen mitgewirkt, wie beispielsweise als Lippstädter Künstler vor einigen Jahren Gelegenheit hatten, in Einzelhandelsgeschäften auszustellen – da war ich bei Pepe’s Coffeeshop. Ich habe im Rahmen der Messe des Lippstädter Frauennnetzwerkes ausgestellt, bei den offenen Ateliertagen und außerdem jahrelang mit der Lippstädter Firma Gstage

Kleidung und ausgefallene Accessoires sind Inga Cosos Leidenschaft.

zusammengearbeitet, die meine genähten Dekorationen in Schaufenstern und Geschäften in ganz Europa gezeigt hat, zum Beispiel auf dem Ku-Damm in Berlin, bei Harrods in London und in Paris.

Hense-Ferch: Eine letzte Frage: Wie entstand eigentlich der Name „frollein coco“?
Coso: Mein Laden ist auf der einen Seite bewusst verspielt – das passt zu dem frollein. Auf der anderen Seite chic und anders als die Masse – das könnte man wiederum mit dem Namen Coco verbinden. Coco hat viele Gesichter, Coco hat eine ganze Bewegung in Gang gebracht. Es wäre schön, wenn mir das auch gelingt.

Und hier gibt es weitere Informationen zu Inga Coso und ihrer Arbeit:
Inga Coso auf Facebook und auf frollein coco

Elippse.de

Elippse-Serie Frauengespräche – Teil 3: Inga Coso

Sie ist Schneiderin mit Leib und Seele: Nach acht Jahren am Tonhüttenweg ist Inga Coso nun mit ihrem Atelier in die Helle Halle gezogen. Hier bietet „frollein Coco“ individuelle Mode und schöne Stoffe an. Mit Elippse-Redakteurin Sabine Hense-Ferch sprach Inga Coso über ihre Leidenschaft für künstlerische Unikate, ihre Idee von einem Kreativennetzwerk in Lippstadt und die Philosophie ihrer Arbeit.

Hense-Ferch: „frollein Coco“, Ihr neues Ladenatelier in der Hellen Halle ist nicht einfach ein Stoffladen. Sie sehen es als einen Concept Store unter Beteiligung anderer Kreativer. Das klingt aufregend, vielversprechend. Was sollen wir uns denn genau darunter vorstellen?

Coso: Der neue Name „frollein Coco“ steht für ein neues Konzept. Unter anderem vertreibe ich hier eine Auswahl edler, hochwertiger Stoffe aus Seide oder Schurwolle, mit denen die anspruchsvolle Kundin eigene Vorstellungen selbst verwirklichen kann. Der Gedanke ist, hierbei auf Nachhaltigkeit und Wertigkeit zu achten…

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Gestatten: Elippse

Sie sind die Köpfe hinter Elippse: Christoph Hermsen, Spezialist für Onlineredaktion und Suchmaschinenoptimierung, und Sabine Hense-Ferch, freie Journalistin. Nach Abschluss mehrerer gemeinsamer Projekte für Unternehmenskunden in der Vergangenheit haben sie beschlossen, Elippse als Online-Magazin für Lippstadt zu gründen. Seit Sommer 2013 ist Elippse am Start und wir finden, es ist endlich mal Zeit, die beiden vorzustellen.

Netzwerkexpertin Johanna Brühl (rechts) sprach mit Redakteurin Sabine Hense-Ferch über das neue Internetportal Elippse. Foto: Elippse

Netzwerkexpertin Johanna Brühl interviewte die beiden Gründer:

Brühl: Wie kamen Sie eigentlich dazu, Elippse ins Leben zu rufen?

Hermsen: Ich bin seit Ende der 90er Jahre im Online-Marketing und der Online-Kommunikation beschäftigt und hatte schon lange die Idee, die technischen und organisatorischen Möglichkeiten eines persönlichen “Heimatmagazins” auszuloten. Der technische Aufwand hat sich gerade in den letzten Jahren stark reduziert, so dass wir uns seit einer kurzen Testphase im Sommer um das kümmern konnten was uns am Herzen liegt: Inhalt. Von Anfang an war die Resonanz im persönlichen Umfeld und bei den Lesern überaus positiv. Wir scheinen mit unseren Themen und unserem Format die Presselandschaft zu bereichern. Und wenn wir dann noch schneller spannende Themen auf dem Radar haben als Andere, dann macht das schon richtig Laune!

Hense-Ferch: Ich sehe das ähnlich. Von Medienvielfalt kann man in Lippstadt nun wirklich nicht sprechen, viele Themen kommen hier einfach zu kurz oder werden nur ganz oberflächlich beleuchtet. Das möchten wir ändern. Wichtig ist uns vor allem, das Schöne, Positive und Interessante, was unsere Stadt zu bieten hat, einmal zu durchleuchten. Deshalb heißt der Untertitel ja auch: Gute Nachrichten aus Stadt-Land-Fluss. Also gerade nicht ein Magazin mit 80 Prozent Mord und Totschlag wie man es auf der vermischten Seite der Tageszeitung findet oder mit wochenlanger Karnevals- und Schützenfest-Berichterstattung. Oder finden Sie diese Themen repräsentativ?

Brühl: In der Vergangenheit haben Sie mehrere gemeinsame Projekte bearbeitet?

Hermsen: Ja, wir haben oftmals gemeinsame Kunden, für die wir Inhalte, also z. B. Manuskripte, Textentwürfe und Bilder so aufbereiten , dass Sie im Internet optimal gefunden werden, Stichwort: suchmaschinenoptimierte Onlineredaktion. Im Vorfeld ist häufig eine Menge Beratung, Schulung und Planungsarbeit notwendig. In der Kooperation ist Technik, Struktur und Optimierung z. B. eines Online-Redaktionssystems wie WordPress dann eher meine Aufgabe, während sich Sabine Hense-Ferch aus journalistischer Perspektive um Inhalte kümmert.

Hense-Ferch: Richtig. Ich arbeite seit vielen Jahren in Lippstadt als Freie Journalistin und PR-Texterin. Ich habe häufig Kunden aus dem Bereich der mittelständischen und kleinen Unternehmen, für die ich die Pressemitteilungen zu bestimmten Anlässen wie Betriebsjubiläen, Umzüge, Neubauten und ähnliches schreibe und an die Presse lanciere. Ich texte auch Broschüren, Flyer und Firmenchroniken. Und ich kümmere mich um die Texte von Webseiten, damit sie aussagekräftig sind und so geschrieben, dass Sie von Kunden und Interessenten im Web möglichst gut gefunden werden und den Pagerank positiv beeinflussen. Dazu braucht es gut strukturierte Texte, vernünftig untergebrachte “Keywords”, Zwischenüberschriften usw. um Lesbarkeit und Suchmaschinenrelevanz zu verbessern.

Das Elippse-Team bei der wöchentlichen Redaktionsbesprechung: Sabine Hense-Ferch und Christoph Hermsen. Foto: Elippse

Brühl: Und wo finden sich Berührungspunkte Ihrer Arbeit?

Gemeinsame Themen der Arbeit von Christoph Hermsen und mir sind Link-Aufbau, also Verlinkungen zu anderen Seiten im Internet, damit die sich die Relevanz von Seiten positiv entwickelt, und das regelmäßige Füttern der Seite mit Wissenswertem und Neuigkeiten aus dem Unternehmen, um “Bewegung” auf der Webseite zu erzeugen. Auch diesen Service übernehmen wir für unsere Kunden – häufig ist das auch mit dem Texten eines Blogs oder Newsletters oder Betreuung von Profilen in Sozialen Netzwerken verbunden.

Brühl: Und Elippse ergänzt Ihre Arbeit, oder?

Hermsen: Ja, wir bieten Kunden aus der Wirtschaft nicht nur redaktionelle Dienste für eigene Medien an, sondern veröffentlichen Firmenporträts oder Nachrichten auch auf Elippse, wenn sie zu unserem Motto “Gute Nachrichten aus …” passen – als zusätzlichen Service . Das kann in Form einer Reportage oder eines Interviews passieren, oder auch per Kurznachricht mit Link auf eine Pressemitteilung, je nach Kundenwunsch. Firmenporträts sind dann zwar offiziell Anzeigen, die natürlich auch als solche gekennzeichnet werden – das schreibt schon das Presserecht vor – geschrieben sind sie aber von journalistischen Profis und wie ein journalistischer Text und ergänzt durch gute Bildergalerien, Youtube-Videos und Links zu Facebook und Twitter. Wichtig ist: kein Gelaber oder aus dem Amerikanischen übersetzte PR-Lobeshymnen. Wir helfen denen, die wirklich etwas zu sagen haben.

Hense-Ferch: Das schönste an Elippse ist, dass wir ganz aktuell veröffentlichen können, wenn es sein muss sogar vom Ort des Geschehens per Smartphone. Der Knaller in diesem Sommer war in der Hinsicht das Pappbootrennen: Wir hatten schon Bilder und Amateurvideos auf Sendung und über Netzwerke verbreitet, als an der Burgmühle noch per Lautsprecherdurchsage Fotos online für den nächsten Tag angekündigt wurden! Das war keine Satire.

Netzwerkexpertin Johanna Brühl (links) im Gespräch mit Redakteurin Sabine Hense-Ferch. Foto: Elippse

Besonders freuen wir uns natürlich, wenn uns interessierte Bürger wie die Autorin Rita Maria Fust oder Touristen wir Christian Piechaczek Inhalte liefern. Bürgerjournalismus ist eine der wichtigsten Entwicklungsperspektiven unseres Projekts. Wir freuen uns über gut recherchierten und ansprechend getexteten  Inhalt, vorausgesetzt er erfüllt unsere Kategorie “Gute Nachrichten aus Lipp-Stadt-Land-Fluss”.

Kämmerer für Lippstadt gesucht – nur seriöse Zuschriften!

Lieber zukünftiger Kämmerer,

wir haben gerade eben noch einmal in den Briefkasten geschaut. Leer. Wieder keine Post von Dir. Nicht mal eine E-Mail. Vielleicht traust Du Dich ja nicht, Dich bei uns in der Fairtrade– und Hansestadt Lippstadt zu bewerben. Verstehen könnten wir es ja. Aber wir wollen Dir mal ein bisschen Mut machen, denn so schlimm ist es in unserer Stadt eigentlich gar nicht. Sicher, Dein Job wird kein leichter sein. Uns diese fiese Zinswette vom Hals schaffen zu müssen ist sicher ein schwerwiegender Grund Deiner Zurückhaltung. Dein Vorgänger hat zwar phantastische Arbeit geleistet, um den Schuldenberg abzutragen, aber einen Rest musst Du wohl doch noch selbst auslöffeln. Und viel Spielraum um Dich bei uns mit netten kleinen Begrüßungsgeschenken beliebt zu machen, wirst Du auch nicht haben. Brauchst Du auch nicht. Ehrlich, wir erwarten das gar nicht. Hauptsache, Du entscheidest Dich für uns.

Voller Erwartung werfen wir einen Blick in den Kasten - wieder nix! Foto: Elippse

Also, lieber künftiger Kämmerer. Wir waren dabei stehen geblieben, Dir zu sagen, wie nett es hier eigentlich ist. Weißt Du: Wir haben hier eine tolle Stadt mit vielen netten und interessanten Leuten. Zum Beispiel Designer und Unternehmer, begnadete Physiotherapeuten, einen bekannten Comedian, eine aktuelle WM-Qualifikantin die gerade in Bayern trainiert, eine ehemalige Olympionikin im Kanu-Slalom, die hier geblieben und ein ehemaliges Mitglied der Fußball-Nationalmannschaft, das dauerhaft nach Bayern auswandert ist.

Hier kann man am Wochenende Paddeln gehen auf der Lippe, man braucht noch nicht mal ein richtiges Boot, wie unser Bürgermeister, der im selbstgebastelten Pappboot  die Regattastrecke auch gern kopfunter nimmt. Wir haben im Sommer einen prima Badestrand und im Winter kann man mal eben die Skier aufs Dach packen und ins Sauerland fahren. Wir sind sowieso sehr naturverbunden, das sieht man auch daran, dass wir Campingmetropole sind. Wir haben nicht nur zwei Campingplätze am Albers– und Margaretensee und zusätzlich noch zwei Wohnmobilstellplätze: Bei uns findet sogar die weltweit einzige Uni im Zelt statt.

Wir sind auch innovativ: Bei uns wird so viel gebaut, dass wir gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Stadt mehr brauchen und sogar Moutainbike-Buckelpisten in den Zufahrtsstraßen zur Innenstadt haben, E-Mobilität ist in Lippstadt auch ein Riesen-Thema. Bei uns gibt’s sagenhaft guten Cappuccino, selbstgebrautes Bier, tolle Cocktails, köstliche Prinz-Karl-Torte nach Geheimrezept – und selbstgebackene Cupcakes. Im Sommer machen die Männer sich fast jedes Wochenende besonders schick, tragen ein grünes Sakko mit passendem Hut und schießen so lange auf einen Holzvogel, bis nur noch Späne übrig sind. Dabei trinken sie meistens Unmengen Bier. Das ist eine schöne Tradition. Wenn Du ein Mann bist, lassen sie Dich bestimmt mitmachen, wenn Du magst. Im Oktober feiern wir eine Woche lang Kirmes, sogar die Soester kommen uns dann manchmal heimlich besuchen, wenn sie es einfach nicht mehr abwarten können, bis ihre Allerheiligenkirmes endlich anfängt.

Wir brauchen einen Kümmerer. Ääh, Kämmerer. Foto: Elippse

Also, lieber künftiger Kämmerer. Schick uns ruhig Deine Bewerbung. Wir wissen, es gibt Dich irgendwo und Du zögerst noch. Solltest Du einen Migrationshintergrund haben, sei beruhigt: Lippstadt ist eine tragende Säule des kommunalen Integrationskonzeptes, wir feiern Tage des ausländischen Mitbürgers und sind zu einem netten bunten Völkchen zusammen gewachsen. Auch wenn Du eine Frau bist, wirst Du es hier toll finden. Hier gibt’s tolle Geschäfte, Du kannst super Shoppen gehen, findest ein prima Kultur- und Sportprogramm. Viele tolle Frauen leben hier und Du wirst bestimmt schnell Freundinnen finden, z.B. bei einem der Netzwerke oder Service-Clubs. Wenn Du Kinder hast: Wir kriegen demnächst sogar ein neues Schulgebäude für unsere Gesamtschule. Du musst das Geld dafür nur noch locker machen und darfst nicht wieder so viel in der Schweiz verzocken. Solltest Du jüdischen oder muslimischen Glaubens sein: Beim Friedensgebet der Religionen beten nicht nur Protestanten und Katholiken gemeinsam. Hier kannst Du Musik machen, eine Band gründen, vielleicht sogar mal beim Kneipenfestival auftreten. Nur eines solltest Du nicht: Meckern, jammern, nörgeln. Davon haben wir hier nämlich genug.

Also lieber zukünftiger Kämmerer. Du siehst: Wir finden es ganz schön hier und schreiben auch öfters mal über die schönen Seiten von Lippstadt. Das ist übrigens auch ein Grund, warum wir Elippse gegründet haben. Ach so, noch mal zu Dir: Es wäre natürlich auch gut, wenn Du nicht nur Jura studiert hättest – ob mit oder ohne Befähigung zum Richteramt. Prima wäre auch, wenn Du Dich auch wenigstens ein kleines bisschen mit Geldanlagen auskennen würdest. Und eine gute Portion Humor und Weltoffenheit könnten auch nicht schaden.
Wie gesagt: Wir freuen uns auf Deine Bewerbung. Und andere sicher auch. Wir hören uns einfach mal um, was andere Lippstädter so sagen, einverstanden?

Deine Elippse-Redaktion
Sabine Hense-Ferch und Christoph Hermsen

Der folgende Text ging als Pressemitteilung an einen Verteiler von rund 60 regionalen Medien und mehr als 50 Fachmagazine für Steuerberater. Hier finden Sie mehr zu meinen Angeboten im Bereich Texte für Unternehmen in punkto PR- und Pressearbeit.

Partner auf Augenhöhe:

Betriebswirtschaftliche Lösungen für kleine Mittelständler

Handwerksbetriebe können mit wenig Aufwand ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich voranbringen. Davon ist Helmut Steltemeier als Mittelstandsberater überzeugt. Ein Interview mit dem Lippstädter Steuerfachmann und Rechts- und Bankenkenner über die Probleme von Kleinbetrieben und die Lösungen, die er ihnen bietet.

Als Zielgruppe Handwerksbetriebe fest im Blick: Der Lippstädter Steuerberater Helmut Steltemeier hat sich als Mittelstandsberater selbstständig gemacht.
Als Zielgruppe Handwerksbetriebe fest im Blick: Der Lippstädter Steuerberater Helmut Steltemeier hat sich als Mittelstandsberater selbstständig gemacht.

Herr Steltemeier, Sie plädieren für eine „Betriebswirtschaft für Menschen“. Was meinen Sie eigentlich damit?
Steltemeier: Ich meine damit eine Betriebswirtschaft, die verstanden wird, die beim kleinen Mittelstand ankommt und dort für die Unternehmenssteuerung laufend genutzt werden kann. Schauen Sie: Meine Zielgruppe sind die kleinen Mittelständler mit bis zu zehn Mitarbeitern, beispielsweise Handwerksbetriebe. Von denen gibt es rund 2,7 Millionen Betriebe in Deutschland und die brauchen einfache, verständliche Lösungen, um ihre laufenden Geschäfte besser zu kontrollieren. Für diese Zielgruppe gibt es bisher zu wenige passende Angebote, diese Lücke möchte ich schließen. Ein Handwerksmeister versteht viel von seinem Fach, aber nebenbei muss er auch sein Unternehmen führen und betriebswirtschaftliche Entscheidungen treffen. Dafür vermittle ich ihm das nötige Rüstzeug. Und zwar einfach, verständlich und preiswert. Einfach, denn ich nehme die Zahlen aus Bilanzen und Buchführung, die sowieso vorhanden sind. Verständlich – viele Berater reden für Kunden unverständlich, das ist bei mir nicht so. Und das zu einem Preis, den auch ein kleines mittelständisches Unternehmen bezahlen kann.
Das heißt, Sie bieten so eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Wie gehen Sie vor?
Steltemeier: Stimmt. Mit Hilfestellung geht vieles leichter. Und der Unternehmer entdeckt im Gespräch häufig nicht nur Defizite, sondern auch neue Potenziale. Als Einstieg besprechen wir das Geschäftsmodell des Unternehmens, den Leitfaden, nach dem gehandelt wird. Dann schaue ich mir natürlich die Zahlen an, um das Controlling zu vervollständigen: Ich werfe einen Blick auf die letzten drei Bilanzen und erstelle eine Analyse – das ist zunächst mal kostenfrei. Kommt es dann zum Auftrag, dann kümmere ich mich um die Erfolgs-, Finanz- und Unternehmensplanung, indem ich jeden Monat die Daten erfasse und abgleiche. Ich interpretiere die Daten, rede mit dem Kunden darüber, bis dieser ein besseres Gefühl für diese Hilfe bei der Steuerung seines Unternehmens bekommt. Das Ergebnis meiner Beratung ist eine verständliche Betriebswirtschaft.

Helmut Steltemeier bietet die betriebswirtschaftliche Optimierung von kleinen Betrieben.
Helmut Steltemeiers Angebot umfasst die betriebswirtschaftliche Optimierung von kleinen Betrieben.

Und der große Vorteil für Ihre Kunden?
Steltemeier: Zunächst mal haben meine Kunden einen kompetenten Gesprächs- und Beratungspartner auf Augenhöhe, mit dem sie ihre Unternehmensplanung besprechen können und der sie in allen Fragen des Unternehmensalltags begleitet. Man bekommt ein besseres Gefühl für die eigenen Zahlen, lernt die Zahlen zu interpretieren und erkennt, wo etwas zu optimieren ist. Ein ganz zentraler Vorteil ist aber, dass mit der Einführung eines Risikomanagements das Unternehmen ein Frühwarnsystem erhält, das künftige Risiken rechtzeitig erkennen hilft. So ist auch die Finanzierung des Unternehmens besser gesichert. Denn zusammen mit der Ertragsplanung verbessert sich automatisch auch das Rating bei der Hausbank. Und das wiederum hat einen angenehmen Nebeneffekt: Der Zinssatz für Kontokorrent und künftige Kredite für Investitionen wird günstiger. Und das bedeutet bares Geld.
Eine persönliche Frage: Sie waren jahrelang als Steuerberater tätig, haben Zusatzqualifikationen zum Rechtsbeistand und Rating Advisor. Seit 2012 sind sie im Ruhestand. Dann haben Sie sich – mit 65 Jahren – noch einmal selbstständig gemacht. Warum ?
Steltemeier: Ganz einfach: Weil ich genau das kann, was ich jetzt mache und mir der Mittelstand wichtig ist. Ich bin davon überzeugt, dass viele Steuerberater mit dem Thema der betriebswirtschaftlichen Beratung nicht richtig umgehen. Obwohl sie einen guten Zugang zum Markt haben, das Vertrauen ihrer Auftraggeber und es – nicht zuletzt wegen Basel II – auch eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit dafür gibt. Viele meiner Kollegen sind aber zu sehr damit beschäftigt, die Ungereimtheiten und Verrücktheiten der Steuergesetze umzusetzen und ihren Mandanten dabei zu helfen, damit einigermaßen gut zurechtzukommen. Gut ausgelastet ist da kaum noch Kapazität frei für die Entwicklung von betriebswirtschaftlichen Lösungen, die auf den kleinen Mittelstand zugeschnitten sind. Diese Lücke in der betriebswirtschaftlichen Beratung ist mir wichtig – und die möchte ich schließen. Seit vielen Jahren bin ich Steuerberater, zugelassener Rechtsbeistand für bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht und habe mit 59 Jahren meine Qualifikation als „Rating Advisor“ erworben, um zu verstehen, „wie Banken ticken“. Ich meine, das ist eine Mischung, mit der man eine Menge anfangen kann. Dieses Potenzial lasse ich nicht einfach brach liegen.

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Zur Person
Helmut Steltemeier (66) ist Steuerberater, zugelassener Rechtsbeistand für bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht und Rating Advisor. 2012 hat er – nach seinem Ausscheiden aus einer Lippstädter Steuerberatungskanzlei – die „beratungMittelstand“ gegründet. Mit seinem Unternehmen spricht er kleine Mittelständler an, die er betriebswirtschaftlich beraten möchte. In seiner Freizeit treibt der verheiratete Vater von vier erwachsenen Kindern leidenschaftlich Sport und kümmert sich ehrenamtlich um benachteiligte Jugendliche. Sein Credo: „Ich habe viel bekommen in meinem Leben und will davon etwas zurückgeben. Unsere Kinder und Enkel sollen auch die Chance auf ein gutes Leben haben“.

 

Frische Webtexte für eine trendige Internetseite: Der Lippstädter Online-Shop für Möbel und Accessoires rooms@home.
Frische Webtexte für eine trendige Internetseite: Der Lippstädter Online-Shop für Möbel und Accessoires rooms@home.

Optimierter Webauftritt, schöne Fotos – und jetzt stehen auch die Texte: Die Webseiten meines aktuellen Kunden, des Lippstädter Online-Möbelhändlers rooms@home habe ich jetzt mit ein paar frischen Lesestücken aufgepeppt. Um die technische Seite der SEO-Optimierung hat sich in bewährter Manier Online-Redakteur Christoph Hermsen gekümmert. Reinschauen lohnt sich: Wer trendige und moderne Möbel für Haus und Garten, pfiffige Accessoires und ungewöhnliche Deko-Ideen sucht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse!

Beratungspraxis mit neuer Webseite

Familienaufstellung
Foto: Fabian Stratenschulte, Arnsberg

Die ehemalige Lippstädter Weltklasse-Kanutin Ulrike Deppe hat sich als zertifizierte systemische Therapeutin/Familientherapeutin mit einer eigenen Praxis in Bad Westernkotten niedergelassen. Um ihre Beratungsarbeit Interessierten und Klienten noch besser erklären zu können, benötigte die Therapeutin einen aussagekräftigen Auftritt im Internet. Mit www.beratungspraxis-deppe.de ist das gut gelungen: Um die technische Optimierung kümmerte sich Online-Redakteur Christoph Hermsen, konzeptionelle Beratung, Ideen für die Umsetzung der Inhalte und den Feinschliff ihrer Texte erhielt Frau Deppe von mir. Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu meiner Arbeit an SEO-optimierten Webtexten.